TL;DR: Taschenkarte für Perfusoren ohne Möglichkeit zur gewichtsadaptierten Dosierung, hier herunterladen.
Vor dir liegt eine vigilanzgeminderte Patientin im septischen Schock, die Haut marmorierter als der Küchenboden. Auch durch adäquate Volumengabe bessert sich die Kreislaufsituation kaum; sie braucht dringend Katecholamine. Und jetzt geht die Rechnerei los:
Wenn die Patientin 67 kg wiegt, die Kollegin das Noradrenalin mit einem Milligram auf 50 Milliliter aufzieht und du eine Laufrate von 0,2 Mikrogramm pro Kilogramm pro Minute applizieren willst – wie viel Milliliter pro Stunde müssen jetzt am Perfusor eingestellt werden?
(Einschub: zum Überbrücken selbstverständlich Push-Dose-Pressors)

Wir haben da Abhilfe geschaffen: Eine Taschenkarte zum selber drucken mit den gängigsten präklinisch bzw. bei Sekundärverlegungen über Perfusoren gegebenen Medikamenten, inklusive Aufziehhilfe, vorausgerechneter Dosis und Laufraten sowie sinnvollen Bolusvolumina. Selbstverständlich (wir sind ja in Deutschland) handelt es sich hierbei ausdrücklich nicht um ein Medizinprodukt oder eine Therapieempfehlung (s.u.).
Perfusoren-Taschenkarte V3.9 hier herunterladen
Um Nachfragen vorzubeugen, warum für (Nor-)Adrenalin und Dobutamin nur μg/kg/min angegeben ist: Wer bei Katecholamindosierungen in mg/h denkt, hat ohnehin die Kontrolle über sein Leben verloren.
Viel Spaß & wenig rauchende Köpfe damit! Wie immer freuen wir uns auf konstruktive Kritik.
PS: Wir stellen gerne die Vorlage zur Verfügung, falls jemand die Konzentrationen/Dosierungen für sich an lokale Standards anpassen möchte.
Changelog:
- V3.7: Reanimationsdosis auch für Konzentration 5 mg / 50 ml angegeben
- V3.8: Propofol Laufrate für 70 kg korrigiert
- V3.9: Zwei Kommafehler bei Midazolam korrigiert
Wichtiger Hinweis: Die Dosierungsangaben wurden von den Autoren mit größtmöglicher Sorgfalt geprüft. Nichtsdestotrotz können wir keine Gewähr für die Richtigkeit übernehmen. Die Verantwortung bleibt immer bei den Behandelnden. Der Einzelfall entscheidet. Dies ist keine Therapieempfehlung und kein Medizinprodukt.
Wie immer gilt: Der Einzelfall entscheidet. Der Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit und die genannten Empfehlungen sind ohne Gewähr. Die Verantwortung liegt bei den Behandelnden.